§ 231 UGB Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem RÄG 2014 – Was ist neu?

Für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen ändert sich die Mindestgliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wie unten dargestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung darf in Zukunft mit dem Posten Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag enden, wenn die Darstellung von Kapital- und Gewinnrücklagen im Anhang erfolgt. Es wird als ausreichend erachtet, wenn Gewinn- und Verlustvortrag und Bilanzgewinn aus der Bilanz ersichtlich sind.

Die Mindestgliederung des § 231 UGB ist stets auch ein Vorbild für Unternehmen gewesen, die keine Kapitalgesellschaften sind. Diese Gliederung wird auch weiterhin für Einzelunternehmen und Personengesellschaften Bedeutung haben. § 231 lässt freiwillige zusätzliche Gliederungspunkte iSd § 231 UGB zu. Das bedeutet, dass auch kleinere Unternehmen die Gliederung entsprechend mittelgroßen oder großen Kapitalgesellschaften anwenden dürfen. Die Darstellungsstetigkeit muss dabei jedoch gewahrt werden.

Gliederung beim Gesamtkostenverfahren:

1.    Umsatzerlöse;

2.    Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen sowie an noch nicht abrechenbaren
Leistungen;

3.    andere aktivierte Eigenleistungen;

4.    sonstige betriebliche Erträge , wobei Gesellschaften,
die nicht klein sind, folgende Beträge aufgliedern müssen:

a)  Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung
zum Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen;

b)  Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen,

c)  übrige;

5.    Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen:

a)  Materialaufwand,

b)  Aufwendungen für bezogene Leistungen;

6.    Personalaufwand:

a)  Löhne und Gehälter, wobei Gesellschaften, die nicht
klein sind, Löhne und Gehälter getrennt voneinander
ausweisen müssen;

b)  soziale Aufwendungen, davon Aufwendungen für
Altersversorgung, wobei Gesellschaften, die nicht klein
sind, folgende Beträge zusätzlich gesondert ausweisen
müssen:

aa)  Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen;

bb)  Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge;

7.    Abschreibungen:

a)  auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen,

b)  auf Gegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die
im Unternehmen üblichen Abschreibungen
überschreiten;

8.    sonstige betriebliche Aufwendungen, wobei
Gesellschaften, die nicht klein sind, Steuern, soweit sie
nicht unter Z 18 fallen, gesondert ausweisen müssen;

9.    Zwischensumme aus Z 1 bis 8; (kann bei kleinen Gesellschaften entfallen)

10.  Erträge aus Beteiligungen,
davon aus verbundenen Unternehmen;

11.  Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens,
davon aus verbundenen Unternehmen;

12.  sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,
davon aus verbundenen Unternehmen;

13.  Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens;

14.  Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren
des Umlaufvermögens, davon haben Gesellschaften, die
nicht klein sind, gesondert auszuweisen:

a) Abschreibungen

b) Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen;

15.  Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon betreffend
verbundene Unternehmen;

16.  Zwischensumme aus Z 10 bis 15; (kann bei kleinen Gesellschaften entfallen)

17.  Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 9 und Z 16); (kann bei kleinen Gesellschaften entfallen)

18.  Steuern vom Einkommen und vom Ertrag;

19.  Ergebnis nach Steuern;

20.  sonstige Steuern, soweit nicht unter den Posten 1 bis 19
enthalten;

21.  Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag;

22.  Auflösung von Kapitalrücklagen;

23.  Auflösung von Gewinnrücklagen;

24.  Zuweisung zu Gewinnrücklagen;

25.  Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr;

26.  Bilanzgewinn (Bilanzverlust).

27.  Zuweisung zu Gewinnrücklagen. Die Auflösungen und
Zuweisungen gemäß Z 23 bis 27 sind entsprechend den in
der Bilanz ausgewiesenen Unterposten aufzugliedern;

28.  Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr;

29.  Bilanzgewinn/Bilanzverlust

 

Gliederung beim Umsatzkostenverfahren

1.    Umsatzerlöse;

2.    Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse
erbrachten Leistungen;

3.    Bruttoergebnis vom Umsatz;

4.    Vertriebskosten;

5.    allgemeine Verwaltungskosten;

6.    sonstige betriebliche Erträge, wobei Gesellschaften, die
nicht klein sind, folgende Beträge aufgliedern müssen:

a)  Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung
zum Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen,

b)  Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen,

c)  übrige;

7.    sonstige betriebliche Aufwendungen;

8.    Zwischensumme aus Z 1 bis 7; (kann bei kleinen Gesellschaften entfallen)

9.    Erträge aus Beteiligungen,
davon aus verbundenen Unternehmen;

10.  Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens,
davon aus verbundenen Unternehmen;

11.  sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,
davon aus verbundenen Unternehmen;

12.  Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens;

13.  Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren
des Umlaufvermögens, davon haben Gesellschaften, die
nicht klein sind, gesondert auszuweisen:

a)  Abschreibungen

b)  Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen;

14.  Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon betreffend
verbundene Unternehmen;

15.  Zwischensumme aus Z 9 bis 14; (kann bei kleinen Gesellschaften entfallen)

16.  Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 8 und Z 15); (kann bei kleinen Gesellschaften entfallen)

17.  Steuern vom Einkommen und vom Ertrag;

18.  Ergebnis nach Steuern;

19.  sonstige Steuern, soweit nicht unter den Posten 1 bis 18
enthalten;

20.  Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag;

21.  Auflösung von Kapitalrücklagen;

22.  Auflösung von Gewinnrücklagen;

23.  Zuweisung zu Gewinnrücklagen;

24.  Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr;

25.  Bilanzgewinn (Bilanzverlust).

26.  Zuweisung zu Gewinnrücklagen. Die Auflösungen und
Zuweisungen gemäß Z 22 bis 26 sind entsprechend den in
der Bilanz ausgewiesenen Unterposten aufzugliedern;

27.  Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr;

28.  Bilanzgewinn/Bilanzverlust

 

Weitere Info und Kontakt: http://www.reflekt.at

Advertisements

Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
Kurzmitteilung | Dieser Beitrag wurde unter Bilanzierung abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s