§ 221 UGB Umschreibung nach dem RÄG 2014 – Was ist neu?

Mit dem RÄG 2014 wurden

  • die Schwellenwerte geringfügig erhöht,
  • die Kleinstkapitalgesellschaften eingeführt,
  • die Anwendbarkeit der Richtlinie auch für kapitalistische Personengesellschaften umgesetzt und
  • normiert, dass für AGs die Schwellenwerte betreffend die Einordnung in Größenklassen auf konsolidierter bzw. aggregierter Basis zu erfolgen haben.

Abs 1a: Neu eingeführt wurde die sog. Kleinstkapitalgesellschaft („Micro“). Für sie gelten folgende Schwellenwerte:

Bilanzsumme max. EUR 350.000
Jahresumsatz max. EUR 700.000
Anzahl der AN im Jahresdurchschnitt max. 10

Erleichterungen für Micros sind:

  • Befreiung von der Aufstellung eines Anhangs
  • Erleichterungen bei den Gliederungsvorschriften für Bilanz und GuV (§ 231 Abs 4;)
  • Befreiung von der Aufstellung eines Lageberichtes ( § 243 Abs 4)
  • Befreiung von der Abschlussprüfung
  • Die Zwangsstrafe bei Nichteinreichung des Jahresabschlusses zum Firmenbuch reduziert sich bei Micros auf die Hälfte.

Zwar sind Micros von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs befreit, doch müssen einige Angaben unter der Bilanz dargestellt werden. Es handelt sich dabei um:

  • Gesamtbetrag der Haftungsverhältnisse (§ 199)
  • Sonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen
  • Art und Form jeder gewährten dinglichen Sicherheit und aller Verpflichtungen gegenüber verbundenen oder assoziierten Unternehmen (§ 237 Abs 1 Z 2)
  • Angaben über gewährte Vorschüsse und Kredite an Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern betreffend. Damit zusammenhängende Zinsen, wesentliche Bedingungen, rückgezahlte und erlassene Beträge sind ebenfalls anzugeben. Wurden zugunsten dieser Personen Haftungsverhältnisse eingegangen sind diese ebenfalls anzuführen (§ 237 Abs 1 Z 3)

Abs 3: In Abs 3 wird klargestellt, dass Unternehmen von öffentlichem Interesse ( § 189a Z 1) jedenfalls als große Kapitalgesellschaften gelten.

Abs 4: Bei Um- und Neugründungen und bei Aufgabe eines (Teil-)Betriebsstätte in Zukunft die Auswirkung einer Überschreitung der Schwellenwerte bereits am ersten Abschlussstichtag nach der Um- und Neugründung ein. Das ist ein Jahr früher als bisher. Auch hier gibt es eine Ausnahme: handelt es sich um eine rechtsformwechselnde Umwandlung, dann treten die Rechtsfolgen veränderter Größenkriterien ein.

Abs 4a: Bei der Feststellung der Größenklasse eines Mutterunternehmens, das als Aktiengesellschaft geführt wird, sind nunmehr konsolidierte oder aggregierte Zahlen heranzuziehen. Es sind also auch die Werte der Tochterunternehmen zu berücksichtigen.

Abs 5: Kapitalistische Personengesellschaften

Personengesellschaften, bei denen sämtliche voll haftende Gesellschafter keine natürlichen Personen sind (Personengesellschaften iSd § 189 Abs 1 Z 2), unterliegen den Vorschriften des Zweiten Abschnitts (§ 222 ff, nicht jedoch § 229 Abs 4-7). Der Verweis auf die bereits abgeschafften §§ 230 und 233 geht ins Leere.

Info & Kontakt: http://www.reflekt.at

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Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
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