Ausgewählte umsatzsteuerliche Änderungen durch die Steuerreform 2015/2016

‚1. Streichung der Leistungsortverlagerung bei der Vermietung von Beförderungsmitteln

§ 3a Abs 15 Z 1 UstG regelt, dass sich der Leistungsort bei der kurzfristigen und langfristigen Vermietung von Beförderungsmitteln ins Inland verlagert, wenn diese im Inland genutzt werden.

Diese Leistungsortverlagerung ins Inland bei der Vermietung von Beförderungsmitteln wird ersatzlos gestrichen.

Die Änderung tritt mit 1.1.2016 in Kraft

‚2. Abstellplätze von KFZ bei WEG

Die Vermietung und Verpachtung von KFZ-Abstellplätzen gem. § 16 Abs 1 Z 16 UStG unterliegt bei Option zur Steuerpflicht gem. § 6 Abs 2 UStG dem Steuersatz von 13%.

Die Änderung tritt mit 1.1.2016 in Kraft.

‚3. Neuer Steuersatz 13 %

Zukünftig wird es drei Steuersätze geben: 10%, 13% und 20%. Der Steuersatz von 12% für Ab-Hof-Wein wird auf 13% angehoben.

Die Einführung des Steuersatzes von 13% hat zur Folge, dass die bisherige Anlage in zwei Anlagen aufgeteilt wird. Anlage 1 beinhaltet Gegenstände, die mit 10% besteuert werden; Anlage 2 Gegenstände, die mit 13% besteuert werden.

Gem. § 10 Abs 3 UStG idF StRefG 2015/2016 hat der 10%-Steuersatz Vorrang vor dem 13%-Steuersatz.

Die Änderung tritt mit 1.1.2016 in Kraft.

Bei Beherbergungen und kulturellen Leistungen bestehen Ausnahmen:

Bei Beherbergungen tritt der neue Steuersatz von 13% erst mit 1.5.2016 in Kraft. Erfolgt eine Buchung und An- oder Vorauszahlung bis 1.9.2015 und wird die Leistung erst nach dem 1.5.2016 ausgeführt, dann gilt weiterhin der Steuersatz von 10% bis 31.12.2017.

Bei kulturellen Dienstleistungen tritt der neue Steuersatz von 13% erst mit 1.5.2016 in Kraft. Erfolgt eine An- oder Vorauszahlung bis 1.9.2015 und wird die Leistung erst nach dem 1.5.2016 ausgeführt, dann gilt weiterhin der Steuersatz von 10% bis 31.12.2017.

‚4. Änderungen beim Vorsteuerabzug

Änderungen wurden vorgenommen bei der Überrechnung. Da dieses Thema für meine LeserInnen in der Regel keine Rolle spielt, begnüge ich mich mit diesem Hinweis.

Der neu eingeführte Vorsteuerabzug für bestimmte CO2-freie KFZ berührt die Interessen meiner LeserInnen schon eher.

§ 12 Abs 2 Z 2a ermöglicht nunmehr den Vorsteuerabzug für CO2-freie KFZ. Allerdings gibt es auch hier eine Angemessenheitsprüfung:

Anschaffungskosten inkl. USt <= EUR 40.000 berechtigen zum vollen Vorsteuerabzug gem. § 12 Abs 2 Z 2a UStG idF StRefG 2015/2016.

Anschaffungskosten inkl. USt über EUR 40.000 bis EUR 80.000 berechtigen zum vollen Vorsteuerabzug gem. § 12 Abs 2 Z 2a UStG idF StRefG 2015/2016. Ein Aufwandseigenverbrauch gem. § 1 Abs 1 Z 2 lit a für den die Angemessenheitsgrenze übersteigenden Teil ist anzusetzen.

Anschaffungskosten inkl. USt über EUR 80.000 berechtigen nicht zu einem Vorsteuerabzug gem. § 12 Abs 2 Z 2a UStG idF StRefG 2015/2016.

CO2-freie KFZ, die vor der Steuerreform 2015/2016 vorsteuerabzugsberechtigt waren, unterliegen weiterhin S 12 Abs 2 Z 2 lit b UStG.

CO2-freie KFZ, die vor der Steuerreform 2015/2016 nicht vorsteuerabzugsberechtigt waren, können gem. § 12 Abs 10 UStG vorsteuerberichtigt werden.

Hinweis: KFZ, die hinsichtlich der Anschaffungskosten nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, sind dies auch hinsichtlich der laufenden Kosten.

Die Änderung tritt mit 1.1.2016 in Kraft.

‚5. Basispauschalierung

Gem. § 14 Abs 1 Z 1 UStG idF StRefG 2015/2016 ist eine Anwendung der Pauschalierung nur mehr möglich, wenn

a) die Umsatzschwelle von EUR 220.000 nicht überschritten wird und

b) keine Buchführungspflicht vorliegt und Bücher auch nicht freiwillige geführt werden (siehe auch § 17 Abs 2 Z 1 und 2 EStG).

Die Änderung tritt mit 1.1.2016 in Kraft.

‚6. Buchnachweis

  • 18 Abs 8 UStG fordert, dass der Buchnachweis im Inland zu führen und die Unterlagen im Inland aufzubewahren ist sind.
  • 18 Abs 8 UStG idF StRefG 2015/2016 gestattet nunmehr Führung des Buchnachweises und Aufbewahrung der Unterlagen auch im Ausland. Auf Verlangen der Behörde sind dieseUnterlagen jedoch im Inland zur Verfügung zu stellen.

Die Änderung tritt mit dem auf den Tag der Kundmachung im BGBl folgenden Tag in Kraft.

‚7. Kleinbetragsrechnung bei Versandhandel

Inhaltlich ergeben sich durch das StRefG 2015/2016 keine Änderungen.

‚8. Meldezeitraum der ZM bei Dreiecksgeschäften

Art 25 Abs 6 UStG aF sieht eine vierteljährliche Erklärungspflicht vor. Art 25 Abs 6 UStG idF StRefG 2015/2016 normiert als Grundfall mit Verweis auf Art 21 Abs 3 UStG nunmehr den Kalendermonat. Ist der Voranmeldezeitraum gem. § 21 Abs 2 UStG das Kalendervierteljahr, so gilt dieser auch für die ZM.

Info & Kontakt: http://www.reflekt.at

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Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
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