Einlage nicht werthaltiger Forderungen in eine GmbH

M ist Gesellschafter der M GmbH, A GmbH, der G GmbH und der F GmbH. Gegenüber der F GmbH und der A GmbH hat M einen Forderungsanspruch aus an diese Gesellschaften gewährten Darlehen. Diesen Forderungsanspruch legt Herr M in die M GmbH – als bedingt rückzahlbare Einlage – ein. Die Einlage soll der Verlustabdeckung bei der M GmbH dienen. Zusätzlich wird eine „Besserungsvereinbarung“ geschlossen, wonach der durch Verluste verminderte Buchwert der Einlage in weiterer Folge durch Gewinne der M GmbH aufgefüllt werden soll. Innerhalb eines Jahres nach Einlage der Forderungen gehen die A GmbH und die F GmbH in Konkurs. Die M GmbH nimmt daraufhin eine Forderungswertberichtigung von 100 % vor.

Als M aus der M GmbH ausscheidet, tritt er seine Besserungsansprüche an die verbleibenden Gesellschafter Klaus und Marielle ab.

Die o.g. Forderungswertberichtigung wird im Rahmen einer Außenprüfung vom Finanzamt nicht anerkannt, weil M schon bei Einlage der Forderungen hätte erkennen können und müssen, dass die Forderungen nicht werthaltig sind . Die Zahlungen aufgrund der Besserungsvereinarung an Klaus und Marielle werden ebenfalls vom Finanzamt nicht anerkannt und als verdeckte Ausschüttungen behandelt.

In einem weiteren Sachverhalt hat M an die M GmbH Überweisungen getätigt. Die M GmbH überwies die Gelder sogleich an die A GmbH und an die F GmbH als Ausleihungen. Kurze Zeit später wurden die Ausleihungen bei der M GmbH um 100 % wertberichtigt (wegen Einleitung des Konkursverfahrens bei A GmbH und F GmbH). Da kein fremdüblicher Darlehensvertrag zwischen M und der M GmbH vorlag, qualifizierte das Finanzamt die Überweisungen als durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst. Das Finanzamt sah in dieser „Umwegfinanzierung“ den Versuch, die Beträge steuerlich zu nützen und anerkannte – mangels betrieblicher Veranlassung der Darlehenshingabe der M GmbH an die A GmbH und an die F GmbH – die Teilwertabschreibung der Forderung nicht.

Siehe dazu auch das VwGH-E vom 24.2.2011, 2010/15/0204.

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Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
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