Wozu Achtsamkeitsmeditation?

1. Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit entstammt östlichen, meist buddhistischen Meditationsansätzen. Jon Kabat-Zinn begründete die Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR). Dieses Programm beinhaltet eine bestimmte Form der Aufmerksamkeitslenkung: „… paying attention in a particular way: on purpose, in the present moment and nonjudgmentally“(Kabat-Zinn, 1994, S. 4). Ohne zu bewerten oder vorschnell zu urteilen wird die Aufmerksamkeit bewusst auf die Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks gelenkt. Die Objekte der Aufmerksamkeit können je nach Methode und Fokus variieren. In die Betrachtung einbezogen werden

  • innerpsychische Erfahrungen (Körperempfindungen, Atmung, Gedanken, Gefühle u.a.) oder
  • externe Stimuli (z.B. Geräusche).

Unabhängig davon, worauf die Aufmerksamkeit gelenkt wird, sollte Achtsamkeit immer mit einer Haltung nicht (be)wertender Akzeptanz erfolgen.

2.      Achtsamkeit in Beratung und Therapie

Elemente von Achtsamkeit finden sich in unterschiedlicher Form und Ausprägung in

  • humanistischen Beratungs-/Therapie-Ansätzen,
  • in tiefenpsychologischen Beratungs-/Therapie-Ansätzen und
  • in kognitiv-behavioralen Beratungs-/Therapie-Ansätzen.

Achtsamkeit als Hauptbehandlungsprinzip wird in der Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR) und Mindfulness-based Cognitive Therapy (MBCT) verwendet.

3.      Die Achtsamkeit der BeraterInnen/TherapeutInnen

Eine Besonderheit von MBSR und MBCT ist es, dass von BeraterInnen und TherapeutInnen erwartet wird, dass sie über eine fundierte eigene Achtsamkeitspraxis, bestenfalls in Form einer stabilen täglichen Meditationspraxis, verfügen. Nur so sind sie in der Lage, die (manchmal auch unangenehmen) Erfahrungen der Praktizierenden unterstützend zu begleiten und Fehlentwicklungen zu erkennen.

4.      Indikationen und Kontraindikationen

4.1. Allgemeinempfinden:

  • Ausstieg aus Ärgermustern
  • Ausweitung von Verhaltensalternativen
  • Beenden von Grübeln
  • Verbesserung der emotionalen Stabilität
  • Förderung der Distanz zu eigenem Denken und Handeln
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Erreichen von Entspannung (Achtung: Entspannung stellt sich sehr häufig ein, ist aber nicht das Ziel von Achtsamkeit)
  • Förderung eines gelassenen Umganges mit schwierigen Gefühlen
  • Stärkung des Kontaktes mit der Reichhaltigkeit des Augenblickes
  • Abmilderung von Impulsivität und Reaktivität
  • Mitgefühl mit sich selbst
  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • Förderung der Resilienz
  • Verbesserung der Abgrenzung
  • Verbesserung des Gefühls der inneren Würde
  • Verbesserung der inneren Autonomie
  • Konzentrationsstörungen

4.2.     Klinischer Bereich

Indikationen:

  • Gefühlsarmut
  • Gestörtes Körperschema
  • Chronischer Schmerz, Krebs, Immunstörungen
  • Depression
  • Angst
  • Stress
  • Grübeln
  • Nervosität
  • Seelische Schmerzen
  • Innere Unruhe
  • Bitterkeit

Kontraindikationen:

  • Epilepsie
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Unaufgearbeitete Traumatisierungen (hier nur unter fachkundiger Begleitung)
  • Akute Panikattacke
  • Akute Psychosen
  • Neigung zu Psychosen (hier nur unter fachkundiger Begleitung)
  • Ängstliche Selbstbeobachtung
  • Niedriger Blutdruck

Sie möchten Achtsamkeit erlernen?

Information und Seminare: www.reflekt.at

5. Wirksamkeitsforschung

Weiterführende Literatur und Wirksamkeitsnachweise finden sich etwa in Michalak J., Heidenreich T., Williams J. Mark G., Achtsamkeit in: Serie Fortschritte in der Psychotherapie, Band 48, Hogrefe Verlag 2012

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Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
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