Arbeitnehmerveranlagung 2013

Checkliste

Bei Ihrem Steuerberater kostet die ArbeitnehmerInnenveranlagung ab etwa EUR 60,– pro Jahr. Mein Tipp: Die Kammer für Arbeiter und Angestellte führt Beratungen zu diesem Thema durch. Sie können mit SteuerexpertInnen einen Termin vereinbaren und prüfen lassen, ob sich für Sie eine ArbeitnehmerInnenveranlagung auszahlt. Die Terminvereinbarung kann unter der Telefonnummer 05 7171-1551 erfolgen.

Wann wird Lohnsteuer rückvergütet?

Dies kann dann der Fall sein, wenn folgende Sachverhalte bei Ihnen im Jahr 2013 eingetreten sind.

  • Jobwechsel
  • Arbeitslosigkeit
  • Außergewöhnliche Belastungen (Erläuterungen siehe unten)
  • Sonderausgaben (Erläuterungen siehe unten)
  • Werbungskosten (Erläuterungen siehe unten)
  • Negativsteuer (Erläuterungen siehe unten)

Was sind außergewöhnliche Belastungen?

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen zum Beispiel

  • Krankheitskosten, Kosten der Heilbehandlung
  • Begräbniskosten
  • Ausgaben wegen Behinderungen
  • Ausgaben für ein behindertes Kind, für das keine erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird
  • Katastrophenschäden
  • Kinderbetreuung
  • Auswärtige Berufsausbildung
  • Mehraufwendungen für Personen, für die erhöhte Familienbeihilfe bezogen wurde
  • Auswärtige Berufsausbildung des Kindes
  • Alimente für haushaltszugehörige Kinder im Ausland, für die in Österreich kein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht
  • Diätverpflegung
  • Hausgehilfin
  • Pflege- und Betreuungskosten (für sich selbst oder Angehörige)
  • Kurkosten
  • Zahlbehandlungen, Zahnersatz.

Damit diese Beträge absetzbar sind, sind umfangreiche weitere Voraussetzungen zu erfüllen. Bei einigen Ausgaben kommt es nur dann zu einer Lohnsteuerrückvergütung, wenn ein Selbstbehalt überschritten wurde.

Was sind Sonderausgaben?

Hier kommen in Frage

  • Beiträge zu Kranken-, Unfall-, Pensions- und Lebensversicherungen (auch für (Ehe)Partner und Kinder)
  • Beiträge zu freiwilligen Witwen-, Waisen-, Versorgungs-, Sterbe- und Pensionskassen (auch für (Ehe)Partner und Kinder)
  • Betriebliche Kollektivversicherungen (auch für (Ehe)Partner und Kinder)
  • Ausgaben für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung (auch für (Ehe)Partner und Kinder)
  • Rückzahlungen für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung (auch für (Ehe)Partner und Kinder)
  • Anschaffung von Genussscheinen, junge Aktien, Wohnspar-Aktien
  • Beiträge an gesetzlich anerkannt Religionsgemeinschaften (auch für (Ehe)Partner und Kinder)
  • Spenden an begünstigte Spendenempfänger
  • Freiwillige Weiterversicherung und Nachkauf von Pension- und Schulzeiten
  • Steuerberatungskosten
  • Renten und dauernde Lasten

Damit diese Beträge absetzbar sind, sind umfangreiche weitere Voraussetzungen zu erfüllen. Auch betragsmäßige Beschränkungen können hier zum Tragen kommen.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind Kosten, die durch Ihre berufliche Tätigkeit veranlasst sind. Dies können etwa sein:

  • Aus- und Fortbildungskosten
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Arbeitsmittel und Werkzeuge (zB PC, Büromaterial, Aktenkoffer …)
  • Berufskleidung
  • Fachliteratur
  • Familienheimfahrten
  • Kosten einer doppelten Haushaltsführung
  • Beruflich bedingte Reisen
  • Dienstreisen

Auch hier sind für die Berücksichtigung die Ausgaben im Einzelfall genauer zu prüfen.

Was bedeutet Negativsteuer?

Wenn Sie weniger als EUR 11.945 im Jahr 2013 verdient haben, dann werden 10% (18% für Pendler) der geleisteten Sozialversicherungsbeiträge rückvergütet.

Sie haben noch weitere Fragen?

Ich freue mich über Ihre Kontaktnahme über meine Website www.reflekt.at

Weiterführende Literatur und Informationen

BMF, Das Steuerbuch 2014. Tipps zur Arbeitnehmerveranlagung 2013 für LohnsteuerzahlerInnen.
https://www.bmf.gv.at/services/publikationen/Steuerbuch2014i-rz_web_NEU.pdf?45pe32

AK ArbeitnehmerInnenveranlagung 2013,
http://media.arbeiterkammer.at/noe/pdfs/broschueren/checkliste_anv_2013_korr.pdf

AK Steuersparwochen 2014
http://noe.arbeiterkammer.at/beratung/steuerundeinkommen/arbeitnehmerveranlagung/steuersparwochen2014.html

Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes, insbes. EStG §§ 18 und 34
www.ris.bka.gv.at

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Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
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