Fahrradfahren und Steuersparen

Kilometergeld oder tatsächliche Aufwendungen – was ist vorteilhafter?

Wenn Sie Dienstreisen mit dem Fahrrad durchführen, dann stehen Ihnen wahlweise das amtliche Kilometergeld oder die tatsächlichen Aufwendungen für das Fahrrad zu. Meine Empfehlung: Führen Sie ein Fahrtenbuch, denn dieses gilt als Nachweis für die Aufwendungen!

Im Einzelfall können entweder die tatsächlichen Aufwendungen oder auch der Ansatz des Kilometergeldes zu höherer Steuerersparnis führen. Es sind hier Betrachtungen für jeden Einzelfall anzustellen.

Das Kilometergeld steht ihnen bei einer Reisetätigkeit von mehr als 2 km pro Jahr und weniger als 1.500 km pro Jahr zu. Außerhalb dieses Intervalls können Sie die tatsächlichen Aufwendungen ansetzen.

Welche tatsächlichen Aufwendungen sind denkbar?

Da wären zuerst einmal die Anschaffungskosten, die Sie in Form der jährlichen Abschreibung ansetzen können. Auch Service- und Reparaturkosten, Ersatzteile usw. können angesetzt werden. Dies alles im prozentuellen Ausmaß der dienstlichen Nutzung im Verhältnis zur Gesamtnutzung des Fahrzeuges.

Zu beachten ist auch, dass auch für das Fahrrad eine sogenannte „Luxustangente“ gilt. Sie beträgt EUR 944,75. Das bedeutet, die Abschreibung für Ihr Fahrrad können Sie maximal auf Basis dieses Betrages berechnen. Als Nutzungsdauern gelten für Fahrräder zurzeit 7 Jahre.

Ein Fahrrad mit Anschaffungskosten von maximal EUR 400 brutto (dieser Betrag gilt netto, wenn Sie vorsteuerabzugsberechtigt sind), können Sie als geringwertiges Wirtschaftsgut sofort abschreiben. Bitte beachten Sie dabei aber das Ausmaß der betrieblichen Nutzung.

Zwei Beispiele zur Veranschaulichung

Anschaffungskosten des Fahrrades EUR 1.200,00
Nutzungsdauer 7 Jahre
Steuerlich maximal anerkannte Anschaffungskosten EUR 944,75
Ergibt eine maximal mögliche Abschreibung von EUR 134,96 p.a.
Angenommene betriebliche Nutzung 70 %

Ergibt eine maximal mögliche Abschreibung von EUR 98,48 p.a.

Dazu kommen einmal jährliche Service, Reparatur usw., selbstverständlich wieder nur im betrieblichen Ausmaß, also sagen wir 70% von den Gesamtservicekosten von EUR 120,00.

Das ergibt einen abziehbaren Aufwand von EUR 84 p.a.

Insgesamt kommen Sie auf einen jährlichen Gesamtaufwand für Ihr Fahrrad in Höhe von EUR 178,48.

Je nachdem, in welche Einkommensteuerprogression Sie fallen, kann Ihnen dieser Aufwand bis zu EUR 89,24 Steuerersparnis p.a. bringen.

Ein weiteres Beispiel, diesmal zur Inanspruchnahme des Kilometergeldes:

Sie fahren pro Jahr 1000 km dienstlich mit dem Fahrrad.

Das ergibt 1000 x EUR 0,38 = EUR 380 absetzbaren Aufwand p.a. Je nachdem, in welche Einkommensteuerprogression Sie fallen, können Sie dadurch bis zu EUR 190 p.a. Steuer sparen. Dieser Aufwand deckt alles ab, ausgenommen Schäden durch höhere Gewalt.

Aber Vorsicht: Die Wegstrecke zwischen Wohnort und Hauptarbeitsort gilt nicht als Dienstreise in diesem Sinne. Für diese Strecke können Sie also weder das Kilometergeld noch die tatsächlichen Aufwendungen geltend machen.

Welche Rolle spielen dabei Aufwandsersätze?

Soweit Sie für Ihre Fahrten mit dem Fahrrad Aufwandsersätze erhalten, können Sie weder das Kilometergeld noch die tatsächlichen Aufwendungen vom Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte abziehen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie mich gerne auch über meine Website www.reflekt.at kontaktieren.

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Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
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