Das Zufluss-Abfluss-Prinzip und der Verlustabzug bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (EAR)

Zufluss-Abfluss-Prinzip

Bei der EAR werden die Einnahmen und Ausgaben erfasst, sobald sie zugeflossen sind. Zugeflossen bedeutet, dass über die Einnahme voll verfügt werden kann. Demgegenüber gelten Ausgaben als abgeflossen, wenn sie aus der wirtschaftlichen Verfügungsmacht ausscheiden.

Beispiele:

  1. Bei einem Wechsel oder Scheck gilt der Geldbetrag im Zeitpunkt der Übernahme/Hingabe als zugeflossen.
  2. Bei Kreditkarten erfolgt der Zufluss bei Gutschrift/Abbuchung auf dem Konto.
  3. Zinsen gelten mit Gutschrift/Belastung des Kontos als zugeflossen.

Zu diesem grundsätzlichen Zu- und Abflussprinzip gibt es jedoch Ausnahmen:

1)    Bestimmte Vorauszahlungen müssen auf die Laufzeit verteilt werden (erschöpfende Aufzählung):

  1. Beratungskosten
  2. Treuhandkosten
  3. Vermittlungskosten
  4. Verwaltungskosten
  5. Vertriebskosten
  6. Bürgschaftskosten
  7. Fremdkapitalkosten (Aufnahme von Fremdkapital und Bedienung)
  8. Kosten von Bankgarantien
  9. Miet- und Betriebskosten

2)    Bestimmte Einnahmen/Ausgaben gehören dem Jahr zugerechnet, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Es handelt sich dabei

  1. um regelmäßig wiederkehrende Zahlungen,
  2. die kurze Zeit vor oder nach Beginn des Kalenderjahres zufließen, zu dem sie wirtschaftlich gehören,
  3. wenn sie zu Beginn oder Ende des Wirtschaftsjahres fällig sind, zu dem sie gehören.

Beispiele:

  1. Löhne
  2. Renten
  3. Zinsen
  4. Mieten
  5. Leasingraten
  6. Versicherungsprämien
  7. Usw.

Verlustabzug

Ab der Veranlagung 2007 können bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Selbstständiger Arbeit und Gewerbebetrieb die Verluste der vorangegangenen drei Wirtschaftsjahre abgezogen werden und mindern so den steuerpflichtigen Betrag des laufenden Jahres. Allerdings besteht hier eine Vortragsgrenze von 75%. Das bedeutet, dass Verluste nur in Höhe von 75% des Gesamtbetrages der Einkünfte abgezogen werden können. Vom Gesamtbetrag der Einkünfte des laufenden Jahres sind somit jedenfalls 25% jedenfalls der Einkommensteuer zu unterziehen.

Auch hier gibt es eine Ausnahme: Anlaufverluste (das sind die Verluste aus den ersten drei Jahren der betrieblichen Tätigkeit) sind unbegrenzt vortragsfähig. Fallen zeitlich begrenzte und zeitlich unbegrenzte Verluste zusammen, so haben die zeitlich begrenzten Verluste Vorrang.

Falls Sie weiterführende Informationen benötigen können Sie mich auch über meine Website  www.reflekt.at kontaktieren.

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Über Irene Pollak

Mag. rer. soc. oec (Betriebswirtschaftslehre), Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
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