UGB vs IFRS: Rückkaufvereinbarungen

Betroffene Normen: IFRS 15 (VO EU 2016/1905, geändert durch VO EU 2017/1986 und 2017/1987), § 189a Z 5 UGB idF nach dem RÄG 2014 Bei der Bilanzierung von Rückkaufvereinbarungen ist zu unterscheiden:
  • Termingeschäfte (zB Verpflichtung des Unternehmens zum Rückkauf des Vermögenswertes)
  • Kaufoptionen (zB Recht des Unterneh-mens auf Rückkauf des Vermögenswertes)
  • Verkaufoptionen (zB Verpflichtung des Unternehmens, den Vermögenswert auf Anfrage des Kunden zurückzuerwerben)

Termingeschäfte und Kaufoptionen IFRS vs UGB

Auch bei Termingeschäften und Kaufoptionen tritt nach dem UGB die Erlösrealisierung bei Übergang der Preisgefahr auf den Kunden ein. Allenfalls ist dann eventuell auch die Bildung einer Drohverlustrückstellung geboten. Findet kein Übergang der Preisgefahr auf den Kunden statt, ist demnach auch eine Erlösrealisierung nicht möglich. In dem Fall, dass kein Übergang der Preisgefahr (und damit auch keine Erlösrealisierung) stattfindet, ist es erforderlich den Rückkaufpreis mit dem ursprünglichen Verkaufspreis zu vergleichen. Ist der Rückkaufpreis höher als der ursprüngliche Verkaufspreis, dann ist das Geschäft als Finanzierungsgeschäft zu klassifizieren. Ist der Rückkaufpreis jedoch geringer als der ursprüngliche Verkaufspreis, so liegt ein Miet- bzw. Leasinggeschäft vor. Im Falle eines Miet- oder Leasinggeschäftes muss noch unterschieden werden zwischen Operatingleasing und Finanzierungsleasing. Die IFRS gehen davon aus, dass im Falle eines Termingeschäftes und einer Kaufoption,  der Kunde nicht die Verfügungsgewalt über den Gegenstand erwerben kann. Der Kunde kann den Gegenstand nur eingeschränkt nutzen. Auch gemäß IFRS gilt: Ist der Rückkaufpreis gleich oder höher als der ursprüngliche Verkaufspreis, dann ist das Geschäft als Finanzierungsgeschäft zu klassifizieren. Ist der Rückkaufpreis jedoch geringer als der ursprüngliche Verkaufspreis, so liegt ein Miet- bzw. Leasinggeschäft vor.

Verkaufsoption

Hat der Kunde eine Verkaufsoption gilt nach UGB folgendes: Erst nach dem Erlöschen der Verkaufsoption  des Kunden und Übergang der Preisgefahr auf den Kunden  kann das Unternehmen eine Erlösrealisierung buchen.  Unterschiede zwischen Rückkaufpreis und ursprünglichem Verkaufpreis sind analog zu den Termingeschäften/Kaufoptionen zu behandeln: Ist der Rückkaufpreis höher als der ursprüngliche Verkaufspreis, dann ist das Geschäft als Finanzierungsgeschäft zu klassifizieren. Ist der Rückkaufpreis jedoch geringer als der ursprüngliche Verkaufspreis, so liegt ein Miet- bzw. Leasinggeschäft vor. Allenfalls sind auch hier Drohverlustrückstellungen zu bilden. Die IFRS gehen davon aus, dass die Vereinbarung einer Verkaufsoption ein Recht des Kunden darstellt, den Gegenstand für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen. Liegt ein „signifikanter wirtschaftlicher Anreiz“ beim Kunden vor, von der Verkaufsoption Gebrauch zu machen, so muss das Unternehmen dieses Geschäft als Leasinggeschäft bilanzieren. Besteht kein signifikanter wirtschaftlicher Anreiz für den Kunden, von der Verkaufsoption Gebrauch zu machen, so stellt das Geschäft ein normales Verkaufsgeschäft mit Rückgaberecht dar und ist dementsprechend in den Büchern zu erfassen. Zusammenfassend zeigt sich also, dass bei Termingeschäften und Kaufoptionen die Vorgangsweise bei der Erlösrealisierung nach dem UGB und IFRS die gleiche ist; Unterschiede ergeben sich jedoch dann, wenn ein Übergang der Chancen und Risiken (Preisgefahr) auf den Kunden erfolgt. Bei Verkaufsoptionen können sich unterschiede in der Erlösrealisierung ergeben. Besteht bei Vertragsbeginn kein „signifikanter wirtschaftlicher Anreiz“ für den Kunden, von der Verkaufsoption Gebrauch zu machen, so ist gemäß IFRS der Geschäftsvorgang als Kauf mit Rückgaberecht zu bilanzieren. Das bedeutet, dass der Umsatzerlös auch dann eingebucht werden kann, wenn eine Rückgaberecht besteht. Das Unternehmen muss jedoch annehmen, dass es zu keiner Rückgabe kommen wird.  Nach UGB darf ein Erlös erst eingestellt werden, wenn das Verkaufsoption erlischt. Besteht für den Kunden ein „signifikanter wirtschaftlicher Anreiz“, die Verkaufsoption auszuüben, so ist die Bilanzierung nach IFRS in der Regel mit der Vorgangsweise gemäß UGB vereinbar.
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Lizenzvereinbarung neben der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen

Betroffene Normen: IFRS 15 (VO EU 2016/1905, geändert durch VO EU 2017/1986 und 2017/1987), § 189a Z 5 UGB idF nach dem RÄG 2014

Häufig kaufen Kunden neben Gütern und Dienstleistungen auch (zugehörige) Lizenzen. Die Behandlung dieser Geschäftsfälle werden im UGB anders behandelt als in den IFRS, weshalb es zu Unterschieden bei der Erlösrealisierung kommen kann.

Im Detail stellen sich des Unterschiede wie folgt dar.

Erlösrealisierung gemäß UGB

Nach UGB ist zunächst einmal zu klären, ob eine separate Teilleistung vorliegt. Eine separate Teilleistung liegt vor, wenn die (Teil)leistung als selbstständige Leistung erworben werden kann und wenn sie von den anderen Leistungen klar abgrenzbar ist. Darüber hinaus muss die Gegenleistung für diese Teilleistung bestimmbar sein. Ist dies der Fall – also liegt eine separate Teilleistung vor – , so hat das leistende Unternehmen weiter zu prüfen, ob die Lizenz als ein Dauerschuldverhältnis gewährt wurde. Bei einem Dauerschuldverhältnis (zB langfristige Miet- oder Pachtverträge) wird der Vertrag in die einzelnen Teilleistungen zerlegt und zeitanteilig abgerechnet. Liegt kein Dauerschuldverhältnis vor, ist der Umsatz zeitpunktbezogen zu realisieren. Ebenso ist der Gesamtvertrag zeitpunktbezogen zu realisieren, wenn keine sebstständigen, abgrenzbaren Teilleistungen identifiziert werden konnten. Zu beachten ist immer, dass für die Erlösrealisierung nach UGB ein Übergang der Preisgefahr auf den Kunden erforderlich ist.

Temp

(Quelle: Eigendarstellung von Mag.a Irene Pollak)

Erlösrealisierung gemäß IFRS

Gemäß IFRS sind zunächst einmal separate Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Dies erfolgt in wirtschaftlicher Betrachtungsweise – trotz einiger konzeptioneller Unterschiede – wie nach dem UGB. Auch gemäß IFRS besteht eine separate Leistungsverpflichtung, wenn die Teilleistung eigenständig (UGB: selbstständig) und abgrenzbar ist. Anders als im UGB ist für eine Erlösrealisierung kein Übergang der Preisgefahr erforderlich. Dadurch können sich Unterschiede bei der Erlösrealisierung ergeben.

An die Stelle der Beurteilung, ob separate Leistungsverpflichtungen im Rahmen eines Dauerschuldverhältnisses (UBG) geleistet werden, tritt bei den IFRS die Frage, ob die separate Teilleistung einen Zugriff oder eine Nutzung auf geistiges Eigentum gewährt. Im Falle der Gewährung eines Rechtes auf Zugriff auf geistiges Eigentum wird eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung gefordert. Im Falle der Gewährung eines Rechtes auf Nutzung von geistigem Eigentum wird eine zeitpunktbezogene Erlösrealisierung gefordert.

Temp

(Quelle: Eigendarstellung von Mag.a Irene Pollak)

Zusammenfassend ergibt sich aus den oben stehenden Überlegungen, dass es zu zeitlichen Abweichungen bei der Umsatzrealisierung kommen kann.

 

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Angst belastet Gene und Immunsystem

Wer über einen längeren Zeitraum großer Angst ausgesetzt ist läuft Gefahr, dass sich die Gene verändern, so informiert eine Studie des Heimholtz Zentrums München und Max-Planck-Instituts. Diese Veränderungen der DNA wirken sich negativ auf Nervensystem und Immunsystem aus und könnten erblich weitergegeben werden.


(Quelle: MedAustria; Anxiety Associated Increased CpG Methylation in the Promoter of Asb1: A Translational Approach Evidenced by Epidemiological and Clinical Studies and a Murine Model; Neuropsychopharmacology advance online publication June 2017; doi: 10.1038/npp.2017.102)

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UGB vs IFRS: Erlösrealisation bei nicht geltend gemachten Ansprüchen des Kunden

Betroffene Normen: IFRS 15 (VO EU 2016/1905, geändert durch VO EU 2017/1986 und 2017/1987), § 189a Z 5 UGB idF nach dem RÄG 2014

Es ergeben sich Unterschiede in der Betrachtung von erstattungsfähigen und nicht erstattungsfähigen Vorauszahlungen.  In der Regel werden nicht geltend gemachte Vorauszahlungen erstattungsfähig sein. In der Praxis existieren jedoch auch nicht erstattungsfähige Vorauszahlungen, wie zB die Aufnahmegebühre in einem Fitness Center. Deswegen werden diese zwei Fälle gesondert betrachtet.

Beginn wir mit den erstattungsfähigen Vorauszahlungen. Diese sind gem UGB erfolgswirksam auszubuchen. Die Nichtgeltendmachung muss so gut wie sicher sein. Die Ausbuchung erfolgt in die sonstigen betrieblichen Erträge.  Gem IFRS hat die Ausbuchung in die Umsatzerlöse zu erfolgen.

Bei den nicht erstattungsfähigen Vorauszahlungen ist  nach UGB zu prüfen, ob ein Dauerschuldverhältnis oder eine selbstständige, unabhängige Teilleistung vorliegt.  Bei Dauerschuldverhältnissen wird eine passive Rechnungsabgrenzung gebildet und über die Dauer des Schuldverhältnisses aufgelöst. Liegt eine selbstständige, unabhängige Teilleistung vor, erfolgt unter der Voraussetzung der übergegangenen Preisgefahr eine Umsatzrealisierung.

Nach den IFRS ist zu prüfen, ob ein Vorauszahlung oder eine separate Leistungsverpflichtung vorliegt.  Unter Vorauszahlung verstehen IFRS eine Zahlung, die ohne Übertragung von Gütern und Dienstleistungen erfolgt ist.  Was nicht unter die Definition von Vorauszahlung fällt, gilt dann als separate Leistungsverpflichtung.

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Erlösrealisation bei UGB vs IFRS: Option des Kunden zum Erwerb zusätzlicher Güter oder Dienstleistungen

Betroffene Normen: IFRS 15 (VO EU 2016/1905, geändert durch VO EU 2017/1986 und 2017/1987), § 189a Z 5 UGB idF nach dem RÄG 2014

Beispiel: Der Kunde erwirbt am 1.1. ein Stück des Wirtschafsgutes X, am 1.3. ein weiteres Stück des Wirtschaftsgutes X und am 1.5. ein drittes Stück des Wirtschaftsgutes X

Das UGB verlangt in diesem Fall die Bildung einer Rückstellung. Zu buchen ist dieser Sachverhalt wie folgt:

1.1. ZMK (bzw Ford) / Erlös 50

1.3. ZMK (bzw Ford) / Erlös 50
Erlös / RSt  50

1.5. ZMK ( bzw Ford) / Erlös 50

Damit steht der Gesamterlös des Geschäftsfalles in Höhe von 100 Euro zu buche.

Gemäß IFRS 15.B39ff handelt es sich nicht um eine Rückstellung sondern es entsteht mit dem Kauf des zweiten Stückes durch die Kundin eine separate Leistungsverpflichtung für das Unternehmen.

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Tipps für Mobbingbetroffene

  • Warten Sie nicht zu lange zu. In der Regel verbessert sich die Situation durch Zuwarten NICHT. Versuchen Sie wertschätzend und vorsichtig ein klärendes Gespräch zu führen. Üben Sie dabei keinen Druck aus. Das könnte als Aufforderung für einen Gegenangriff verstanden werden. Wenn die andere Person abblockt, dann akzeptieren Sie das vorerst und
  • analysieren Sie die Situation. Versuchen Sie Mobbing zu begreifen und informieren Sie sich über die Möglichkeiten und Grenzen eines strategischen Vorgehens. Strategische Überlegungen sind in Mobbingsituation unbedingt erforderlich.
  • MobbingexpertInnen unterstützen Sie bei der Strategieentwicklung und können Sie psychisch entlasten. Gönnen Sie sich professonelle Unterstützung. Sie müssen nicht alle Probleme alleine lösen.
  • Überlegen Sie sich Strategien des Machtausgleichs, suchen Sie Verbündete und verbringen Sie Zeit mit Ihren Freunden.
  • Lohnt es sich für Sie zu kämpfen oder wäre Flucht die bessere Alternative? Stehen Ihnen andere berufliche Optionen offen?
  • Wenn Sie allseits auf taube Ohren stoßen, fordern Sie mit Hilfe Ihres Rechtsanwaltes die Fürsorgepflicht bei Ihren Vorgesetzten ein.
  • Führen Sie zu Analysezwecken ein Mobbingtagebuch. Aber versprechen Sie sich nicht allzuviel davon im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens. Das Mobbingtagebuch ist KEIN Beweis vor Gericht. Allenfalls wird es als „Indiz“ anerkannt.
  • Bei Cybermobbing sichern Sie die Daten, informieren Sie den Betreiber, blockieren Sie die Angreifer und schalten gegebenenfalls die Polizei ein.
  • Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Erholung und unternehmen Sie Dinge, die Ihnen gut tun und Ihren Selbstwert und Ihr Selbstbewusstsein stärken.
  • Erlernen Sie Entspannungstechniken und Techniken, die Ihre Resilienz stärken.
  • Denken Sie darüber nach, welche Bedürfnisse hinter den Mobbingattacken stehen und ob bzw. wie Sie diese Bedürfnisse des Mobbers/der Mobberin befriedigen könnten.
  • Nehmen Sie Rechtsberatung in Anspruch.
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Erlösrealisation UGB vs IFRS: Konstellation Prinzipal – Agent

Betroffene Normen: IFRS 15 (VO EU 2016/1905, geändert durch VO EU 2017/1986 und 2017/1987), § 189a Z 5 UGB idF nach dem RÄG 2014

Gemäß dem UGB gelten auch hier für die Erlösrealisation die allgemeinen Prinzipien der Umsatzrealisation. Eine reine Vermittlungsleistung liegt vor, wenn im Zuge des Auftrags der Vermittlungsleistung die Preisgefahr für die zu vermittelnde Leistung nicht auf den vermittelnden Unternehmer übergegangen ist. Das vermittelnde Unternehmen hat nur ein Recht auf die Provision. Umsatzerlöse beim vermittelnden Unternehmen sind dann nur die Provisionserlöse. Wenn aber die Preisgefahr für das Produkt auf den vermittelnden Unternehmer übergegangen ist, dann zählen zu den Umsatzerlösen die Provision und die Gegenleistung für die vermittelte Leistung.

Bei den IFRS gelten diese Regelungen sinngemäß, allerdings ist für die Umsatzrealisierung gemäß IFRS nicht der Übergang der Preisgefahr ausschlaggebend. IFRS verlang den Übergang der Verfügungsmacht.

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